Living Lab "Genussregion Niederrhein"

Vision

Wir möchten durch Vernetzung und innovative, digitale Ideen den Vertrieb regionaler Lebensmittel fördern und so lokale Betriebe wirtschaftlich stärken. Nachhaltige Lieferketten verbinden Stadt und Land und machen diese überall einfach verfügbar. So werden Klima und Umwelt geschützt.

Mission

Wir unterstützen mit wissenschaftlichen Methoden und unserer Expertise regionale Akteure am Niederrhein, regionale Kooperationen aufzubauen und moderne, digitale Technologien zu nutzen. So können sie aus dem Nebeneinander von Stadt und Land in der Region eine echte Verknüpfung machen. Kleine und mittlere Betriebe werden wirtschaftlich gestärkt und können eine umweltfreundliche, nachhaltige und sichere Lebensmittelversorgung gestalten. Beispielsweise ermöglicht eine gemeinschaftliche Logistik die Bündelung von Lieferwegen. Ein kooperativer lokaler Shop in Düsseldorf erschließt neue Kundengruppen. Eine Fulfillment-Plattform vereinfacht den digitalen Direktvertrieb von Lebensmitteln sowohl für Anbieter als auch für Kunden. Pricing/Vertriebs-Tools und -Workshops ermöglichen den Anbietern, faire, existenzsichernde und dennoch marktfähige Preise festzulegen und ihr Angebot – etwa in Social Media – angemessen zu bewerben. Alle Themen werden in einem direkten, stetigen Austausch auf Augenhöhe gemeinsam mit den Betrieben der Region bearbeitet.

Forschungspartner Praxispartner
                             

 

Teilprojekte

Ein Living Lab lebt von einem kontuinierlichen Austausch mit allen beteiligten Akteuren in der Region. Wir wollen etwas für die Region tun und müssen daher die Region und die regionalen Produzenten und ihre derzeitige Situation mit aktuellen Herausforderungen und Chancen kennenlernen. Gemeinsam wollen wir Lösungen entwickeln, die in der Praxis umgesetzt werden können. Um in einen Austausch zu kommen, ist es besonders relevant, in der Region präsent zu sein. Ein besonders wichtiger Partner ist in diesem Zusammenhang der Verein Genussregion Niederrhein e.V., in dem sich verschiedene Produzenten aus der Region zusammenschließen. Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir verschiedene digitale Wege gefunden, uns auf Veranstaltungen zu präsentieren und Vor-Ort-Besuche bei Produzenten so gut es geht zu ersetzen:

  • Vorstellung des Living Labs mittels eines Videos im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins Genussregion Niederrheins: https://www.youtube.com/watch?v=42ygVM08mz4
  • Telefon-Interviews mit den Mitgliedern des Vereins Genussregion Niederrhein e.V.: In einem Zeitraum von 3 Monaten haben wir mit 45 Betrieben qualitative Telefoninterviews durchgeführt und so die derzeitige Situation der Betriebe besser kennenlernen und verstehen können. Diese Interviews haben uns weiterhin dahingehend geholfen, weitere Teilprojekte zu identifizieren und Unterstützer für die Teilprojekte zu gewinnen. Einen ausführlichen Bericht zu den Ergebnissen der Interviews wird in Kürze hier veröffentlicht.
  • Vorstellung auf Onlineveranstaltungen: Auf der virtuellen Messe des 1. Logistikforums zum Thema "Intelligente Mikrologistik" konnten wir das Living Lab "Genussregion" vorstellen und sind in einen spannenden Austausch mit verschiedenen Akteuren aus ganz Deutschland gekommen.

Viele Kleinproduzenten in der Region Niederrhein setzen derzeit noch auf eine eigene Belieferung der Kunden (andere Hofläden, Supermärkte, Gastronomen, Wochenmärkte etc.). Auf Logistikdienstleister wird nur in manchen Fällen zurückgegriffen. Folglich werden allerdings in der Region viele Lieferwege mit geringen Liefermengen unternommen. Dies führt wiederum zu einem hohen Kosten- und Zeitaufwand. Durch die Entwicklung einer kooperativen Logistik sollen Lieferwege gebündelt werden. Diese gebündelte Lieferungen kann entweder von einem Logistikdienstleister als auch von einem Produzenten übernommen werden. Hierzu steht das CONUS-Team im kontinuierlichen Austausch mit regionalen Produzenten und Logistikdienstleistern.  Besondere Herausforderungen liegen derzeit in der Identifizierung von Synergien, die sowohl die Regelmäßigkeit der Lieferungen als auch die spezifischen Lieferanforderungen der Produkte angehen).

Das CONUS-Team arbeitet in diesem Zusammenhang eng mit den regionalen Lieferanten des Edeka-Projektes "Aus bester Nachbarschaft" zusammen: Edeka bietet mit ihrem Projekt "Aus bester Nachbarschaft" Endkunden die Chance, regionale Produkte aus der direkten Nachbarschaft (max. 30 km vom Markt entfernt) direkt im Supermarkt zu kaufen. Die Belieferung dieser Märkte erfolgt derzeit allerdings noch individuell von den Lieferanten. Um die Anzahl von Lieferwegen zu reduzieren und somit Kosten einzusparen, geht das CONUS-Projektteam gemeinsam mit Edeka und den Lieferanten der Edeka Lokalität Wesel „Wabe 24l“  das Thema "Bündelung der Logistik an". In einem ersten Austausch haben sich die Akteure kennengelernt. Die Logistik-Experten des CONUS-Teams haben mögliche Lieferszenarien vorgestellt. Bei einem offenen Austausch wurden aktuelle Logistik-Probleme angesprochen.

              

Im Laufe unser Projekts und des immer stärkeren Austauschs mit den regionalen Akteuren hat sich herausgestellt, dass Produzenten daran interessiert sind, bestimmte Schwerpunktthemen noch einmal vertieft aufzugreifen. Daher bietet das Living Lab-Team eine Workshopreihe mit Workshops zu unterschiedlichen Themen an, die von den jeweiligen Experten des Teams geführt werden. Mögliche Themen sind IT, Pricing, Nachhaltigkeit und Logistik. Das SO-Team wird insbesondere den Workshop Pricing federführend leiten.

Der erste Workshop innerhalt der Workshopreihe wird am 15. April von 15 bis 17 Uhr via Zoom zum Thema "Onlinemarketing für regionale Lebensmittelproduzenten" stattfinden. Der Workshop wird für alle offen sein. Weitere Informationen hier in Kürze.

Die Marke "Genussregion Niederrhein" hat sich unter anderem aufgrund von eigenen Veranstaltungen und jährlichen Märkten einen großen Bekanntheitsgrad in der Region Niederrhein aufgebaut. Ein Wunsch des Vereins ist es, nun auch überregional mittels eines lokalen Shops in Düsseldorf bekannt zu werden. Der Verein ist mit dieser Idee an das Living Lab-Team herangetreten. Gemeinsam soll ein Businesskonzept für einen solchen lokalen Shop erstellt werden. Der erste Schritt hierfür war ein Workshop, in dem neben der Idee des lokalen Shops weitere Konzepte angesprochen wurden. Die Konzepte, zu denen Shop-in-Shop-Konzepte, Wochenmärkte und rollende Supermärkte gehörten, wurden anhand der Umsetzbarkeit diskutiert und bewertet. Das Ergebnis des Workshops war allerdings weiterhin die Idee des lokalen Shops zu verfolgen. Teilnehmer des Workshops waren Teammitglieder des Living Labs sowie Vertreter des Vereins Genussregion Niederrhein e.V.

In einem folgenden Workshop soll nun der Teilnehmerkreis auf weitere Produzenten des Netzwerks ausgebaut und das Businesskonzept "lokaler Shop" konkret angegangen werden.

Bei diesem Teilprojekt arbeitet das Living Lab-Team eng mit dem EU-geförderten Projekt „Nachhaltige Fruchtfolgeerweiterung durch Sommergetreide in wassersensiblen Gebieten am Beispiel alter Getreidesorten für das Back- und Brauhandwerk" zusammen. In der dreijährigen Projektlaufzeit wollen die Vertreter des Projektes die Getreide identifizieren, die am Niederrhein für Anbau, Backen und Brauen am besten geeignet sind. Am Ende dieser zwei Wertschöpfungsketten stehen das Bier und das Brot als fertiges und vollständig regionales Produkt - vom Anbau bis zur Verarbeitung. Die Nutzung der alten Getreidesorten bringen einen besonderen Vorteil in Bezug auf Nachhaltigkeit und Gewässerschutz. Jedoch ist der Ertrag im Vergleich zum derzeit von den Landwirten angebauten Wintergetreide um einiges geringer. Um den Anbau für die Landwirte dennoch attraktiv zu machen, müssen die Preise entlang der gesamten betrachtet werden.

Aufbauend auf Gesprächen mit relevanten Akteuren und tiefgehenden Recherchearbeiten wurden relevante Kosten und Erträge identifiziert und somit Preise für alle Stufen entlang der Wertschöpfungsketten berechnet. Zur Berechnung wurde vom Lehrstuhl SO ein Preisrechner entwickelt, bei dem die Kosten manuell eingetragen werden können. Der Preisrechner wird in Kürze mit einer Anleitung hier verfügbar sein.  

Nachhaltigkeitsbewertung von Vertriebswegen

Ansprechpartner

Sophie Steinrücke

M.Sc.

E-Mail
Raum:
LC 015b
Telefon:
+49 203 37-92874

Dieses Projekt wird durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.